Titelkupfer zum Index librorum prohibitorum von 1711
Titelkupfer zum Index librorum prohibitorum von 1711

Index librorum prohibitorum (1559 bis 1966) - lustiger Name, was? Klingt so gelehrt, weil lateinisch. Oha. Und auf dem Titelbild von 1711 noch dazu so eine schöne Bücherverbrennung, wie sie ja die Christen & Nazis gern praktizier(t)en. Über evtl. Unterschiede oder Gemeinsamkeiten diverser Hirnschädigungen will ich hier nicht näher spekulieren, bin ja kein Neurobiologe.

 

Leider wurde der "Index Romanus", wie er auch kurz und liebevoll unter Kennern und Jesuiten genannt wird, 1965 bzw. 1966 eingestellt - was ich persönlich sehr bedauerlich finde. Doch=doch, DENN : wo sonst findet man ein gleichwertiges Verzeichnis solch erhabener Geister und deren Werke? Von Copernicus über Giordano Bruno & Laurence Sterne bis hin zu Jean-Paul Sartre sind hier alle versammelt, denen die Menschheit großartige Geistesleistungen in Kunst, Naturwissenschaften, Mahematik etc. zu verdanken hat. Nun ja, in Sachen Religion natürlich nicht - aber das macht die Lektüre dieses Wälzers ja so vergnüglich.

LaborBefund: Lest nicht die Bestsellerliste des "Spiegels" - sondern greift zum Index Romanum, wenn ihr gute Lektüretipps haben wollt!

 

Und nicht traurig sein, dass dieser großartige Katalog offiziell eingestellt wurde : die katholische Gruppierung Opus Dei führt einen internen Index, der in der Tradition des Index Librorum Prohibitorum steht. Dort finden sich Werke von Kant, Lessing, Rousseau, Marx, Umberto Eco - und gleich(berechtigt) daneben Schriften von Adolf Hitler. Welche Ehre für den Führer. Na ja : mit dem Denken haben's "die Gläubigen" eben nicht so. Und auch ein blinder Papst findet mal einen Messdiener, ha ha. Kleiner Scherz unter Christen, u. a. sehr beliebt in St. Pölten und Boston.

 

Sollte als Leitfaden für die Unterrichtsinhalte an keiner Schule fehlen! Der LaborBefund wird sich alle Mühe geben, auf diesem Index zu landen. Versprochen!

 

(Quelle Bild/Fakten: Wikipedia)