LaborBefund # 13 - Literatur aus der Wirklichkeit

LaborBefund #13 - Eric Ahrens

"LaborBefund #13" ist am 14. März 2014 erschienen, Bestellungen bitte über das Kontaktformular unten auf der Seite oder direkt per Email: laborbefund2013@yahoo.de

 

LaborBefund #13 - Autorenheft "Eric Ahrens : Die Euphorie runtergebrannt"

 

"Eine Wirklichkeit, die nicht einmal für ihre Illusionen haftet"
Über die Lyrik von Eric Ahrens

"Hinter dir kleben die Poster / von Tony Montana und 2Pac / schon fast von allein / an den vergilbten Wänden", doch nur fast, denn nicht einmal hierfür will die Realität noch Haftung übernehmen. Wer auf der Strecke bleibt und an seinen Träumen scheitert, ist selbst schuld und kann zusehen, wie er die Kluft zwischen Schein und Sein überbrückt; "mit den meisten Visitenkarten / werden sich nur neue Kokslinien gelegt", und man ist nur noch "eine weitere Null, / die es in dieser Stadt / unbedingt auf Eins / schaffen möchte."

Der junge Berliner Poet Eric Ahrens (Jahrgang 1986) zeichnet in seinen Texten ein schmerzhaft realistisches Bild einer Gesellschaft, der die Menschen nichts wert sind und in der sich die Orientierungs- und Perspektivlosigkeit durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten zieht. Da sind die Neonazis aus den Sozialghettos, die sich zum Komasaufen treffen, die vereinsamten Senioren aus der Vorstadt, die sich verzweifelt an leeren Ritualen festklammern, oder das übersehene Mädchen mit den unzähligen Geschwistern auf beengtem Raum, das sich schon fast in seine Resignation gefügt hat; "und während ihre Zuversicht / noch Funken sprüht, / die den ganzen Raum erleuchten, / öffnen sich hinter ihr / schon neue Abgründe."

Diese drohenden Abgründe und Schwarzen Löcher des Seins hinter einer Kulisse des Scheins sind ein Menetekel in den kinematographischen Schnappschüssen von Eric Ahrens. Berlin als locus horribilis ist hierbei eine Metapher für ganz Deutschland, und das Grauen, das zwischen den Zeilen nistet, ist das der Wirklichkeit hier und heute. Die Welt als Fassade, als hohle Requisite, und die Menschen sind Komparsen, die ihren Text vergessen haben oder noch nie einen hatten. (...)


Ahrens' Sprache ist flüssig und klar, ohne Lamento und Larmoyanz. Mit ein paar präzisen Strichen lässt er in seinen Texten eine scharf umrissene Wirklichkeit erstehen und verzichtet auf plakative Moral oder pseudo-abgeklärte Lösungsvorschläge. Die Dadaistin Emmy Hennings schrieb einmal: "Ich lebe im Vielleicht, / Bin eine stumme Frage", und Ahrens stellt in seinen Texten klar, dass dieses "Leben im Vielleicht" mitnichten romantischer Boheme-Weltschmerz ist. Die Hilf- und Orientierungslosigkeit seiner Protagonisten, ihre Angst, ihre Ohnmacht und ihre Alibi-Exzesse sind, wie Ahrens weiß, nicht selbst verschuldet, sondern indoktriniert: "Du bist dir nicht sicher, / weißt nicht, wie du dort hinkommst, / weil du nicht weißt, wo du bist / und außerdem ist nirgendwo / Glück markiert. / Und das macht dich nervös."

(...)


Solche Befunde für den Zustand dieser gestörten Welt, die die Veteranen nicht nur er-, sondern auch verblassen lassen, brauchen wir in der deutschen Literatur dringend. Und deshalb brauchen wir die Stimmen dieser - im doppelten Sinne - gebrochenen Generation, zu deren ungebrochenen Wortführern Eric Ahrens eindeutig gehört.
 
Ní Gudíx, März 2014
(Auszug aus dem Klappentext)

 

 

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LaborBefund - Literatur aus der Wirklichkeit. (Jg. 2, Heft 13. - 40 S., ISSN 2196-3355)

Kartonierter Umschlag, 40 S. erstklassige Literatur zum unschlagbaren Preis von 3,50 € (zzgl. 1,- € Porto innerhalb Deutschlands = 4,50 € alles inklusive pro Sendung bis 500g. | Portokosten Ausland: 3,45 € pro Sendung bis 500g).

Herausgegeben in Berlin und gelesen in Hamburg, Köln, Essen, Dortmund, Kleinkleckersdorf...

 

Aufl.: 100 Stk.

 

Andreas Balck (Hrsg.)      

 

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