LaborBefund #17 - Literatur aus der Wirklichkeit

"LaborBefund #17" ist am 10. Juli 2015 erschienen, Bestellungen bitte über das Kontaktformular oder direkt per Email.

 

LaborBefund #17 - Autorenheft "Roland Adelmann : Fundamente einer sinnstiftenden Safari"

 

(...) Die Lyrik Roland Adelmanns beschreibt eine Gesellschaft, die sich panisch vor dem Leben fürchtet. Es ist noch keine tote Zone, in der sich Adelmanns Protagonisten befinden, aber es wird konsequent darauf hingearbeitet, dass es eine wird; "no living please" steht überall auf den Schildern. Wie Leben geht, weiß keiner, obwohl doch alles Leben bis ins Letzte erforscht ist, "und wer / verhungert hat den Überlebens / Kampf halt nicht begriffen". So einfach ist das. "Spielt es da noch eine Rolle / wenn wir die Sekunden zerquetschen / wie lästige Fliegen die zu blöd sind / rechtzeitig davon zu fliegen wie es ihre / DNA vorschreibt"? Oder: "Wann wird eine Beschäftigung / zur Therapie"?

 

Roland Adelmann, Jahrgang 1965, gehört zu den berühmten Köpfen des Social Beat, jener Literaturrebellion, die Anfang der 1990er Jahre mit wütenden Gedichten, selbstgemachten Fanzines und viel Bier die deutsche Literatur aufmischen wollte. Anders jedoch als viele "Ehemalige" dieser "Szene" ist Adelmann nicht in der larmoyanten Selbstbeweihräucherung steckengeblieben, sondern seine Texte docken nach wie vor an den wunden Stellen der Gesellschaft an. Adelmann, der in den 80er und 90er Jahren durch wilde Performances Aufsehen erregte, kümmerte sich ab 2002 mehr und mehr um seinen Underground-Vertrieb "Rodney’s Underground Press", den er inzwischen zum Verlag erweitert hat, bei dem u. a. jährlich die MAULhURE verlegt wird. (...)

 

Adelmann arbeitet in seinen Gedichten viel mit Interpunktionslosigkeit und Enjambements, so dass der Leser bei jeder Zeile dazu angehalten wird, querzudenken und althergebrachte Bedeutungen in Frage zu stellen. So werden Schlachten bei ihm nicht geschlagen, sondern "geschlachtet", und wenn man dies weiterdenkt, wird auch der Mord ermordet und selbst der Pfusch verpfuscht. "Den Sinn verklagen und / die Gesetzmäßigkeiten / außergerichtlich / verklappen".
Er thematisiert die Unsicherheit und die Orientierungslosigkeit des modernen Homo Sapiens in der Wüste der Spaß- und Leistungsgesellschaft sowie die Perfidie eines Lebens, in dem alles Fake sein muss, damit es authentisch wirkt. Man ist "auf der Suche [...] nach / etwas was du nie gesucht / hast und von dem du / nicht mal weißt ob / es existiert ob es je / existiert hat wovon / du hoffst dass / es existiert weil / du sonst nicht / mehr weißt / wonach du suchen / sollst". Suche nach Sinn im Tohuwabohu als einziger Lebensinhalt, aber auch das kann nie von Erfolg gekrönt sein, denn "was sinnvoll ist entscheiden / vielleicht irgendwann einmal / die Geschichtsbücher". Und auch das nur vielleicht; auch das ist nicht sicher. (...)

 

Ní Gudíx, Juli 2015 (Auszug aus dem Klappentext, leicht gekürzt.)

 

 

***********************************************************************

 

LaborBefund - Literatur aus der Wirklichkeit. (Jg. 2, Heft 17. - 40 S., ISSN 2196-3355)

Kartonierter Umschlag, 40 S. erstklassige Literatur zum unschlagbaren Preis von 3,50 € (zzgl. 1,- € Porto innerhalb Deutschlands = 4,50 € alles inklusive pro Sendung bis 500g. | Portokosten Ausland: 3,45 € pro Sendung bis 500g).

Herausgegeben in Berlin und gelesen in Hamburg, Köln, Essen, Dortmund, Kleinkleckersdorf...

 

Aufl.: 100 Stk.

 

Andreas Balck (Hrsg.)      

 

***********************************************************************

Bestellung über das Kontaktformular:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.